neue exakte Datierung der
Schlacht im Teutoburger Wald
(Varus-Schlacht)

Mo 23. - Do 26.Sep 9 n.Chr.


Das Hermannsdenkmal
- eingeweiht 1875 -

 
Länge des Schwertes: 7 m
  Höhe der Figur: 26,57 m
Gesamthöhe: 53,46 m


Cassius Dio:
Als der vierte Tag graute,
befanden sie sich immer noch auf dem Marsch,
und erneut überfielen sie heftiger Regen und starker Wind...


Norddeutschland
Ostercappeln
Do 26.Sep 9 n.Chr.


Rolling Stones
Paint it Black

Joan Baez
Sagt mir wo die Blumen sind


Videos:

Kampf um Germanien
- Die Varusschlacht -

Die Varusschlacht

ZDF - Roms Rache


Cassius Dio berichtet, dass am ersten Marschtag ein schwerer Regen und Sturm gekommen sei.
Und am vierten = letzten Tag wieder Regen und Sturm.

Das ist ein wichtiger Hinweis, denn tatsächlich gibt es beim Wetter manchmal eine Periode von 3 Tagen.

Und wenn wir wissen, dass da zwei Sturmtiefs im Abstand von 3 Tagen vorübergezogen sind,
dann können wir auch mit Hilfe von entsprechend langen Perioden
eine Verbindung zur Gegenwart herstellen.

So können wir auch finden, welche Tage im September 9 n.Chr. dies gewesen waren:

Mo 23.Sep und Do 26.Sep 9 n.Chr.


die Wetterlage
Sep 9 n.Chr.


mit der Periode 1966 Jahre: 24316 Lunationen = 718065,780+0,04 Tage = 718065,82 Tage

diese Periode führt vom Mo 23.Sep / Do 26.Sep 9 n.Chr. zum So 21.Sep / Mi 24.Sep 1975.


und der Periode 1959 Jahre: 24229,444... Lunationen = 715509,744 +0,04 Tage = 715509,78 Tage

diese Periode führt vom Mo 23.Sep / Do 26.Sep 9 n.Chr. zum Sa 21.Sep / Di 24.Sep 1968.


Bei der Länge der Perioden muss eine Korrektur von +0,205 Tage angebracht werden, weil die Erde sich in der Vergangenheit schneller drehte und 1 Jahr deshalb - in Tagen gemessen - etwas länger war.

heute gilt:

1 Jahr = 365,24219 Tage

1 Lunation = 29,530588 Tage

1 Lunation ist die mittlere Zeit von einem Neumond (oder Vollmond) zum nächsten.


 


 

   

 


Eine Periode von 3 Tagen
lässt sich manchmal beobachten:


 

Der 18.Juni 2012

brachte besonders in Norddeutschland
einen extrem heftigen Hagelsturm.

Video 1

Video 2

Der 21.Juni 2012

brachte wieder heftige Gewitter

Video

Der 24.Juni 2012

brachte nochmals heftige Unwetter

Video

 


merkwürdig:


Vom Mo 23.Sep 9 n.Chr. bis zum Mo 18.Juni 2012 sind es 731486 Tage

und es gilt: 24770,444... Lunationen = 731485,789+0,205 Tage = 731485,994 Tage.

Das bedeutet:
eine Periode verbindet das Unwetter am 23.Sep 9 n.Chr. mit dem Unwetter am 18.Jun 2012 !


Mit Hilfe der Meteorologie können wir eindeutig zeigen:

die Schlacht im Teutoburger Wald
war Mo 23.- Do 26.Sep 9 n.Chr. !


Bemerkenswert:

Das Frühlingsäquinoktium war im Jahre 9 am 22,94 Mär, im Normjahr 1994 am 20,90 Mär.

Das Herbstäquinoktium war im Jahre 9 am 25,36 Sep, 1994 am 23,31 Sep (MEZ).

Der 23.Sep und der 26.Sep des Jahres 9, mit Sturm und Regen, entsprechen von der Jahreszeit her unserem 21. und 24.September.

Diese Tage zeigen tatsächlich kleine Maxima in der Sturmhäufigkeit !

blaua



 Wetterlage
 Mo 23.-Do 26.Sep 9 n.Chr.

 

 Fr 20.Sep 2013 6h = Mo 23,06 Sep 9 n.Chr.

 24786 Lunationen = 731945,19 Tage (korrigiert)
 = 2004 Kalenderjahre - 2,81 Tage
 nach dem Abmarsch des Varus  Mo 23.Sep 9 n.Chr.

 Mo 23.Sep 2013 6h = Do 26,06 Sep 9 n.Chr.

 24786 Lunationen = 731945,19 Tage (korrigiert)
= 2004 Kalenderjahre - 2,81 Tage
 nach dem Ende der Legionen  Do 26.Sep 9 n.Chr.

2013sep20h6z 2017sep23h6z
   

 So 20.Sep 2003 6h = Mo 23,02 Sep 9 n.Chr.

 24662,3333 Lunationen = 728293,23 Tage (korr.)
 = 1994 Kalenderjahre - 2,77 Tage
 nach dem Abmarsch des Varus  Mo 23.Sep 9 n.Chr.

 Mi 23.Sep 2003 6h = Do 26,02 Sep 9 n.Chr.

 24662,3333 Lunationen = 728293,23 Tage (korr.)
 = 1994 Kalenderjahre - 2,77 Tage
 nach dem Ende der Legionen  Do 26.Sep 9 n.Chr.

2003sep20h6 2003sep23h6
   

 Die Wetterlage am Mo 23.Sep 9 n.Chr.

 ist nicht ganz eindeutig.
 am Vormittag war es offenbar noch schön,
 am frühen Nachmittag kam laut Überlieferung
 ein heftiges Unwetter.

 Die Wetterlage am Do 26.Sep 9 n.Chr.

 ist recht eindeutig:
 es kommt frische Meeresluft aus NW.
 Laut Überlieferung Wind und Regen.
 Das ist sicher.

   
 weil's so schön ist - nochmal:  

 Do 1.Jan 1976 0h = Mo 23,48 Sep 9 n.Chr.

 24319,4444 Lunationen = 718167,52 Tage (korr.)
 = 1966 Kalenderjahre + 99,52 Tage
 nach dem Abmarsch des Varus  Mo 23.Sep 9 n.Chr.

 Sa 3.Jan 1976 12h = Do 26,0 Sep 9 n.Chr.

 24319,4444 Lunationen = 718167,52 Tage (korr.)
 = 1966 Kalenderjahre + 99,52 Tage
 nach dem Ende der Legionen  Do 26.Sep 9 n.Chr.

1976jan01h0 Capella Isobaren
   

 Sa 5.Nov 2016 12h = Mo 23,46 Sep 9 n.Chr.

 24824,6667 Lunationen = 733087,04 Tage (korr.)
 = 2007 Kalenderjahre + 43,04 Tage
 nach dem Abmarsch des Varus  Mo 23.Sep 9 n.Chr.

 Di 8.Nov 2016 0h = Do 26,0 Sep 9 n.Chr.

 24824,6667 Lunationen = 733087,04 Tage (korr.)
 = 2007 Kalenderjahre + 43,04 Tage
 nach dem Ende der Legionen  Do 26.Sep 9 n.Chr.

2016nov05h12 2016nov08h0
   

 

      exakt 24293 Lunationen = 717386,62 Tage (korr.)
      = 1964 Kalenderjahre + 48,62 Tage
      nach der Schlacht im Teutoburger Wald

     So 11.Nov 1973 0h = Mo 23,38 Sep 9 n.Chr.

      Mo 23.Sep 9 n.Chr.: 
      am frühen Nachmittag kommt gemäß der Überlieferung ein fürchterliches Unwetter.

      Vollmond:  Mo 23.Sep 9 n.Chr. 2.50h MEZ

1973nov11h0
 

    Mo 12.Nov 1973 0h = Di 24,38 Sep 9 n.Chr.

     Di 24.Sep 9 n.Chr.:  
     kurze Wetterberuhigung

1973nov12h0
 

     Di 13.Nov 1973 0h = Mi 25,38 Sep 9 n.Chr.

      Mi 25.Sep 9 n.Chr.:  
      wieder verstärkt Wind, der in der Nacht zum Sturm wird.
      Das sind die gefürchteten "Äquinoktialstürme".

      Herbstäquinoktium:  Mi 25.Sep 9 n.Chr. 8.35h MEZ

1973nov13h0
 

     Mi 14.Nov 1973 0h = Do 26,38 Sep 9 n.Chr.

      Do 26.Sep 9 n.Chr.:  
      Als der vierte Tag graute, befanden sie sich immer noch auf dem Marsch,
      und erneut überfielen sie heftiger Regen und starker Wind...

      Das Ende ist nahe...

1973nov14h0
 

           Hier nocheinmal das Beste, was ich bieten kann -
           und dann soll's gut sein.

           exakt 24543 Lunationen = 724769,22 Tage (korrigiert auf 724769,26 Tage)
           = 1984 Kalenderjahre + 126,26 Tage
           nach der Schlacht im Teutoburger Wald  Mo 23.-Do 26.Sep 9 n.Chr.

         Fr 28.Jan 1994 0h / Orkan Lore mit Sturmflut / = Mo 23,74 Sep 9 n.Chr.

           Mo 23.Sep 9 n.Chr.:  Abmarsch des Varus

           Cassius Dio:
           Inzwischen kam auch ein starker Regen und Sturm auf, was die Marschierenden weiterhin
           voneinander trennte, und der Boden, um die Wurzeln und Stämme her schlüpfrig geworden,
           machte jeden Schritt höchst unsicher;
           Bruch und Sturz der Baumwipfel sorgten für weitere Verwirrung.
           Aus diesem Grunde schlugen sie an Ort und Stelle ein Lager auf, nachdem sie, soweit dies
           auf einem bewaldeten Berge möglich war, einen passenden Platz gefunden hatten.

           Das Unwetter kam gegen 14h MEZ.

           Der Lagerplatz war bei Bergkirchen, auf dem Wiehengebirge.

1994jan28h0
 

         Fr 28.Jan 1994 12h = Di 24,24 Sep 9 n.Chr.

           Di 24.Sep 9 n.Chr.:

           Cassius Dio:
           Anderntags ging der Marsch in etwas besserer Ordnung weiter und sie erreichten,
           freilich nicht ohne blutige Verluste, sogar freies Gelände.

           Das freie Gelände war zwischen Siebenackern und Elfte, nördlich des Wiehengebirges.

1994jan28h12
 

         Sa 29.Jan 1994 12h = Mi 25,24 Sep 9 n.Chr.

           Mi 25.Sep 9 n.Chr.:

           Cassius Dio:
           Von dort aus gerieten sie aber wieder in Wälder...

           Der Luftdruck war gestiegen, das Wetter gut -
           wenn bloß nicht der schwierige Weg und die ständigen Angriffe der Germanen wären !

           Der Weg ging offenbar durch das Eggegebirge (Teil des Wiehengebirges).

1994jan29h12
 

         So 30.Jan 1994 12h = Do 26,24 Sep 9 n.Chr.

           Do 26.Sep 9 n.Chr.:

           Cassius Dio:
           Als der vierte Tag graute, befanden sie sich immer noch auf dem Marsch,
           und erneut überfielen sie heftiger Regen und starker Wind.

           Sie waren jetzt in der Nähe von Ostercappeln.

           Ja, das schöne Wetter währte nur einen Tag - jetzt ist ein neuer Sturm heraufgezogen.

           Das Ende kommt noch an diesem Tage.

1994jan30h12

 



Der Historiker Theodor Mommsen
über Ort und Zeit der Schlacht:


Theodor Mommsen, Römische Geschichte, Band 5, Buch 8, Fußnote 20:
"Da Germanicus, von der Ems kommend, das Gebiet zwischen Ems und Lippe, das heißt das Münsterland, verheert und nicht weit davon der Teutoburgiensis saltus liegt, wo Varus' Heer zu Grunde ging (Tacitus ann. 1,61), so liegt es am nächsten diese Bezeichnung, welche auf das flache Münsterland nicht paßt, von dem das Münsterland nordöstlich begrenzenden Höhenzug, dem Osning zu verstehen; aber auch an das etwas weiter nördlich parallel mit dem Osning von Minden zur Huntequelle streichende Wiehengebirge kann gedacht werden.
Den Punkt an der Weser, an dem das Sommerlager stand, kennen wir nicht, indeß ist nach der Lage von Aliso bei Paderborn und nach den zwischen diesen und der Weser bestehenden Verbindungen wahrscheinlich dasselbe etwa bei Minden gewesen.
Die Richtung des Rückmarsches kann jede andere, nur nicht die nächste nach Aliso gewesen sein, und die Katastrophe erfolgte also nicht auf der militärischen Verbindungslinie zwischen Minden und Paderborn selbst, sondern in größerer oder geringerer von dieser.
Varus mag von Minden etwa in der Richtung auf Osnabrück marschirt sein, dann nach dem Angriff von dort aus nach Paderborn zu gelangen versucht und auf diesem Marsch in einem jener beiden Höhenzüge sein Ende gefunden haben.
Seit Jahrhunderten ist in der Gegend von Venne an der Huntequelle eine auffallend große Anzahl von römischen Gold-, Silber- und Kupfermünzen gefunden worden, wie sie in augustischer Zeit umliefen, während spätere Münzen daselbst so gut wie gar nicht vorkommen (vgl. die Nachweisungen bei Paul Höfer der Feldzug des Germanicus im Jahre 16. Gotha 1884, S.82 fg.).
Einem Münzschatz können diese Funde nicht angehören wegen des zerstreuten Vorkommens und der Verschiedenheit der Metalle, einer Handelsstätte auch nicht wegen der zeitlichen Geschlossenheit; sie sehen ganz aus wie der Nachlaß einer großen aufgeriebenen Armee, und die vorliegenden Berichte über die Varusschlacht lassen sich mit dieser Localität vereinigen.
- Über das Jahr der Katastrophe hätte nie gestritten werden sollen; die Verschiebung in das Jahr 10 ist ein bloßes Versehen.
Die Jahreszeit wird einigermaßen dadurch bestimmt, daß zwischen der Anordnung der illyrischen Siegesfeier und dem Eintreffen der Unglücksbotschaft in Rom nur fünf Tage liegen und jene wahrscheinlich den Sieg vom 3.August zur Voraussetzung hat, wenn sie auch nicht unmittelbar auf diesen gefolgt ist.
Danach wird die Niederlage etwa im September oder Oktober stattgefunden haben, was auch dazu stimmt, daß der letzte Marsch des Varus offenbar der Rückmarsch aus dem Sommer- in das Winterlager gewesen ist."


 aus Band II:


224


aus Band I:


225


Wann kam Varus nach Germanien ?


Varus war Legat in Syrien und auch zuständig für Judäa - und zwar zur Zeit des Königs Herodes und seines Nachfolgers Archelaus.
Als Archelaus abgesetzt wurde, wurde auch Varus nach Rom gerufen und sein Nachfolger Coponius nach Syrien geschickt.

Allgemein wird angenommen, dass König Herodes 4 v.Chr. starb und dass sein Nachfolger Archelaus 6 n.Chr. abgesetzt wurde.
6 n.Chr. sei Varus dann nach Rom zurück gerufen worden und im Herbst 6 n.Chr. sei Coponius nach Judäa gekommen, um die "Schätzung" durchzuführen.
So kommt man zu der Annahme, dass Varus im Herbst 6 n.Chr. nach Rom gerufen worden sei, um im Frühjahr 7 n.Chr. nach Germanien zu gehen.

Ich zeige aber in Band I und II, dass diese Chronologie nicht sein kann.

König Herodes starb nämlich 1 v.Chr. Und die "Schätzung" begann im Herbst 8 n.Chr.

Varus kann somit erst im Frühjahr 9 n.Chr. nach Germanien gekommen sein - um sofort in seinem ersten Jahr in Germanien den Tod zu finden.

Und Arminius kam vermutlich gemeinsam mit Varus nach Germanien zurück. Wir können deshalb annehmen, dass er mit dem Vorsatz kam, so bald wie möglich den Krieg gegen Rom zu beginnen.

Ich glaube deshalb nicht an einen langsamen Sinneswandel des Arminius nach der Ankunft in Germanien.


 aus: www.kalkriese-varusschlacht.de


226


227


228


Das Sommerlager des römischen Heeres 


 
Ausgrabung am Römerlager in Barkhausen

Der Historiker Mommsen vertrat die Auffassung dass das Sommerlager des Varus an der Weser in der Nähe von Minden gelegen haben müsse.
Tatsächlich wurde der Ort dieses Sommerlagers bei Minden im Juli 2008 in der Ortschaft Barkhausen / Porta Westfalica entdeckt.


Tag 1 = Mo 23.Sep 9 n.Chr.

Der Abmarsch vom Sommerlager bei Barkhausen an der Weser (Porta Westfalica) erfolgte also am Geburtstag des Kaisers Augustus.

In der Nacht gegen 2.50 h MEZ war Vollmond gewesen (meine Rechnung).

Von diesem ersten Marschtag sagt Cassius Dio:
Inzwischen kam auch ein starker Regen und Sturm auf, was die Marschierenden weiterhin voneinander trennte,
und der Boden, um die Wurzeln und Stämme her schlüpfrig geworden, machte jeden Schritt höchst unsicher;
Bruch und Sturz der Baumwipfel sorgten für weitere Verwirrung.

In dieser Situation wurden das römische Heer von den Germanen von allen Seiten her aus dem Dickicht heraus angegriffen, wobei sich die Römer kaum verteidigen konnten.

Weiter sagt Cassius Dio:
Aus diesem Grunde schlugen sie an Ort und Stelle ein Lager auf, nachdem sie, soweit dies auf einem bewaldeten Berge möglich war, einen passenden Platz gefunden hatten...

Über die Marschroute des Varus kann man sich diese Gedanken machen:
Der Ausgangspunkt des Marsches liegt mit Sicherheit bei Barkhausen an der Weser (Porta Westfalica).
Der Endpunkt liegt offenbar bei Kalkriese.
Es geht also meistens entlang des Wiehengebirges. Aber irgendwo wurde das Wiehengebirge auch überquert, und zwar von der Südseite zur Nordseite.

Deshalb nehme ich an, dass der Weg von Barkhausen aus zuerst Richtung Bad Oeynhausen ging. Das wäre auch der normale Weg Richtung Winterlager Aliso (vermutlich bei Haltern an der Lippe) gewesen.
Aber dann in der Nähe von Bad Oeynhausen schwenkte das römische Heer um in Richtung Wiehengebirge.

Dann kam auch wohl am frühen Nachmittag das Unwetter. Da war das Heer schon im Wald und im "Gebirge".
Nach den ersten Angriffen der Germanen hätte das römische Heer auf einem "bewaldeten Berge" das Nachtlager errichtet.

Zunächst hatte ich angenommen, dass das Wiehengebirge an diesem Abend schon überquert worden sei.
Deshalb suchte ich nördlich vom Wiehengebirge einen Hügel, den man vielleicht auch als "Berg" bezeichnen könnte - ich fand aber keinen.

Dann rechnete ich nochmal:
Von Barkhausen bis Kalkriese und auf dem Weg, den ich für richtig halte, sind es etwa 71 km. Bei einem Marsch von 4 Tage bedeutet dies etwa 18 km pro Tag. Wenn man den Weg geht von Barkhausen Richtung Bad Oeynhausen und dann umschwenkt Richtung Bergkirchen (der einzige Ort auf dem Rücken des Wiehengebirges) - dann sind es bis Bergkirchen auf dem Wiehengebirge gerade 18 km.

Daraus folgere ich:
das Wiehengebirge wurde bei Bergkirchen überquert, dort wurde das römische Heer auch von den Germanen angegriffen - und dort wurde auch das Lager am Abend des ersten Tages aufgeschlagen (Lager 1).

Denn das war mir inzwischen klargeworden: der "bewaldete Berg" war das Wiehengebirge selbst gewesen !


Marschroute des Varus


Bergkirchen auf dem Rücken des Wiehengebirges 

Foto: Sabrina Müller

Hier bei Bergkirchen wurde das römische Heer schon am ersten Marschtage angegriffen.

Ich nehme an, dass der Angriff von diesem Hang kam, wo die Schafe grasen und auch von dem gegenüberliegenden Hang hinter der Kirche - von "allen" Seiten.


Wittekindsquelle / Bergkirchen

Hier bei Bergkirchen gibt es auch die Wittekindsquelle und dazu eine Sage:

Das merkwürdige daran ist:
Widukind soll - wie Varus offenbar auch - hier bei Bergkirchen über das Wiehengebirge gezogen sein.
Und dann gibt es einen "Wittekindsweg" entlang des ganzen Wiehengebirges.
Das ist in etwa auch der Weg den Varus gezogen sein muss.

So frage ich mich:
sollten mit diesen Erinnerungen an Widukind
vielleicht nicht auch Erinnerungen an den Varus durchschimmern ?


Das Wiehengebirge von Osten


Tag 2 = Di 24.Sep 9 n.Chr. 

Cassius Dio vermerkt:
Anderntags ging der Marsch in etwas besserer Ordnung weiter und sie erreichten,
freilich nicht ohne blutige Verluste, sogar freies Gelände.


Nebel fließt durch die Pässe des Wiehengebirges

Der erste Nebelschwaden links geht bei Bergkirchen über das Wiehengebirge und erreicht die kleine Ortschaft Siebenackern. Die größere Ortschaft unten im Bild ist Griepshop.

Der zweite Nebelschwaden geht durch die große Wallücke und erreicht die kleine Ortschaft Elfte. Hier - zwischen Siebenackern und Elfte erreichte das Heer des Varus am zweiten Tage das bei Cassius Dio erwähnte "freie Gelände".

das von Cassius Dio erwähnte "freie Gelände"

Zwischen Siebenackern und Elfte: Blick Richtung Minden

Am Tag 2 ging es weiter über Lübbecke bis etwa Bad Holzhausen. Hier etwa muss das römische Heer am Abend das Lager aufgeschlagen haben.

Bad Holzhausen - Blick auf den Limberg
Lager Tag 2 - bei Bad Holzhausen


Tag 3 = Mi 25.Sep 9 n.Chr.

Cassius Dio:
Von dort aus gerieten sie aber wieder in Wälder, und hier mußten sie sich gegen Angreifer wehren,
wobei sie aber gerade die schwersten Verluste erlitten...

Ich habe die Marschroute an diesem 3.Tag nördlich des Eggegebirges gezeichnet.

Wenn das Heer aber gemäß Cassius Dio "wieder in Wälder" geriet, dann könnte das vielleicht auch bedeuten, dass die Marschroute am 3.Tag mitten durch das Eggegebirge führte.

Wehrendorf - Straße "Im Felde" 

Lager Tag 3 - bei Wehrendorf

Hier - etwa bei Wehrendorf - muss das Lager nach dem dritten Kampftag gewesen sein.


Tag 4 = Do 26.Sep 9 n.Chr.

Cassius Dio:
Als der vierte Tag graute, befanden sie sich immer noch auf dem Marsch, und erneut überfielen sie heftiger Regen und starker Wind, die sie weder weitergehen noch festen Stand finden, ja nicht einmal mehr die Waffen gebrauchen ließen. Sie konnten sich nämlich nicht mehr mit Erfolg ihrer Bogen und Speere oder ganz durchnäßten Schilde bedienen...
So konnten die Barbaren ihre Gegner leichter umzingeln und niedermachen. Varus und die übrigen hohen Offiziere erfaßte darüber Angst, sie möchten entweder lebendig in Gefangenschaft geraten oder von ihren grimmigsten Feinden getötet werden - sie waren alle ja schon verwundet -, und das ließ sie eine zwar schreckliche, aber notwendige Tat wagen: Sie begingen Selbstmord...
Und so wurde jeder Mann und jedes Pferd, ohne daß man Gegenwehr fürchten mußte, niedergehauen...


Ende am Tag 4 - bei Kalkriese


Auch ohne Wetteranalysen sind einige davon überzeugt, dass der 23.Sep 9 n.Chr. für die Germanen ein sehr günstiger Termin gewesen sei, um loszuschlagen.

Bei www.grin.com/de/e-book/137261/die-varusschlacht-im-egge-gebirge

meint Peter Eisermann, Page10:
Ein Glücksfall für Arminius war die Zeit um den 23.September des Jahres 9, die er für seine Pläne genutzt haben sollte: an diesem Tag war nicht nur das Äquinoktium (Tag- und Nachtgleiche) - das germanische Neujahrsfest - sondern auch Vollmond...

Peter Eisermann, Page 7:
Drei nicht zum Kampf aufgestellte Legionen hatten dienstfrei wegen des Kaisers Geburtstag (23.September) und können sich deswegen nicht auf dem Marsch befunden haben.

Eisermann hält die Überlieferung von Cassius Dio für völlig falsch:
die römischen Truppen könnten nicht auf dem Marsch überfallen worden sein, weil sie am 23.September des Jahres 9 garnicht marschieren durften - wegen des Kaisers Geburtstag !

Dazu möchte ich natürlich etwas sagen.

Der Bericht von Cassius Dio ist sehr vertrauenswürdig
und stammt offenbar von Augenzeugen, die dem Drama entkommen konnten. Ich konnte ja selbst seine meteorologischen Angaben prüfen und fand sie korrekt: Unwetter am ersten und vierten Tag.

Gegen Cassius Dio sollte man nicht polemisieren.

Ohne ihn wüssten wir fast nichts - mit ihm wissen wir aber eine Menge.


marschieren an des Kaisers Geburtstag ?


Das ist natürlich etwas problematisch.

Ich finde aber eindeutig: das römische Heer mit Frauen, Wagen und Gepäck - ist tatsächlich am 23.Sep 9 n.Chr. losgezogen. Allerdings: sie zogen nicht in Kriegsordnung, sondern sorglos wie mitten im Frieden.

Am Abend zuvor hatte Varus noch ein Festessen gegeben. War das eine vorgezogene Geburtstagsfeier zu Ehren des Kaisers gewesen ?

Es ist wahr:
am 23.Sep 9 n.Chr. war Vollmond. Nach meiner sicheren Rechnung um 2.50 h MEZ.

Aber an diesem Tag war nicht das Herbst-Äquinoktium !

9 n.Chr. war dies am 25.September.

Mo 23.Sep 9 n.Chr.
Vollmond 2.50 h MEZ


Waage

 Sternzeichen Waage
 Herbstäquinoktium
 Mi 25.Sep 9 n.Chr.